Spendenrückmeldung: Ägypten (5.000 €) – Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

von eg
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Spende der Stiftung Sankt Elisabeth Eisenach 2020:    5.000 €.


Partner: Coptic Orthodox Church, Bishopric of Public Ecumenical & Social Services (BLESS)

Im Oktober 2020 erreichten uns Fotos und Informationen von unserem Förderprojekt gegen weibliche Genitalverstümmelung:

Fotos (Bettina Flitner, Brot für die Welt):

Die Rechte von Frauen werden in Ägypten immer noch oft missachtet. So werden trotz Verbots immer noch zwei Drittel aller Mädchen beschnitten – Christinnen und Muslima.
Sabah war zehn Jahre alt, als sie beschnitten wurde. Sie sei jetzt eine reine und anständige Frau, sagte ihre Mutter damals und reichte ihr als Geschenk süßes Gebäck.
Unter den Folgen der Beschneidung leidet sie bis heute. Dennoch ließ auch sie ihre älteste Tochter beschneiden. „Ich habe es doch nicht besser gewusst“, sagt sie mit Tränen in den Augen.
Erst in den Workshops des koptischen Hilfswerks BLESS hörte Sabah zum allerersten Mal, dass weder Bibel noch Koran vorschreiben, Mädchen zu verstümmeln.
Davon hat auch Sabahs zweitälteste Tochter Ereny profitiert. „Ich bin froh, nicht beschnitten zu sein“, sagt sie. „Und mein Mann ist es auch.“
Mit engagierter Aufklärungsarbeit kämpft die Partnerorganisation von Brot für die Welt seit vielen Jahren gegen die Genitalverstümmelung an.

Auch in Ägypten ist es verboten, Mädchen zu beschneiden. Wer als Arzt oder Hebamme Mädchen verstümmelt beziehungsweise sein Kind dafür zu einer Beschneiderin oder einem Arzt bringt, muss oft mit mehreren Jahren Haft rechnen. Dennoch werden noch immer tagtäglich Mädchen beschnitten – nun aber im Geheimen.

Es sind Organisationen wie BLESS, die sich zum Ziel gesetzt haben durch Aufklärungsarbeit und Workshops langfristig einen Bewußtseinswandel herbeizuführen und eine Verhaltensänderung zu bewirken. Diese Arbeit zeitigt erste Erfolge: Dank der Aufklärungsarbeit von BLESS geht die Zahl der beschnittenen Mädchen langsam zurück

Ein Beispiel ist Sheren (33): Sie hat in den Workshops von BLESS gelernt, dass Beschneidung Körper und Seele gefährdet. Heute versucht sie, andere davon abzubringen, Mädchen zu beschneiden. „Heute denke ich anders“, sagt sie, „Ich habe vor einigen Jahren in den Workshops von BLESS gelernt, dass Mädchen nicht beschnitten werden sollten, weil es ihre Gesundheit und Seele gefährdet –und auch ihre Ehe. Diese Gedanken waren neu für mich, obwohl ich selbst beschnitten bin und diese Schmerzen niemals vergessen werden. Dennoch war es für mich damals klar, dass ein Mädchen einfach beschnitten sein muss. Heute denke ich anders. Mein Mann auch. Es war nicht leicht, ihn zu überzeugen, unsere Töchter nicht beschneiden zu lassen. Aber er hat meine Argumente verstanden. Ich versuche auch andere, etwa meine Nachbarinnen, zu überzeugen, dass es falsch ist, Mädchen zu beschneiden. Meine Schwiegermutter habe ich beispielsweise mit in den Kurs genommen. Sie sagt inzwischen: Hätte ich das alles doch nur schon früher gewusst. Dann hätte ich meiner Tochter dieses Leid erspart!“.

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